TradeVest (tradevestassets.com): BaFin-Lizenz, Einlagensicherung und Millionen Nutzer – was Anleger jetzt überprüfen sollten
Eine deutsche Geschäftsadresse, eine konkrete BaFin-Identifikationsnummer und die Aussicht auf eine Einlagensicherung von bis zu 250.000 Euro: TradeVest (tradevestassets.com) präsentiert sich mit einer bemerkenswerten Fülle an Vertrauenssignalen. Hinzu kommen Aussagen über Millionen Nutzer, professionelle Handelsinfrastruktur und eine außergewöhnlich schnelle Orderausführung.
Doch gerade bei einem Anbieter, der mit so präzisen Angaben wirbt, lohnt sich eine ebenso präzise Überprüfung. Denn eine genannte BaFin-ID ist noch kein Beweis dafür, dass die konkrete Internetplattform tatsächlich von einem entsprechend zugelassenen Unternehmen betrieben wird.
Wer bei TradeVest Geld eingezahlt hat und Schwierigkeiten bei der Auszahlung erlebt, sollte jetzt nicht auf neue Zusagen warten. Ich empfehle, die tatsächliche Identität des Vertragspartners, den Verbleib der Gelder und mögliche rechtliche Ansprüche getrennt voneinander zu untersuchen.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Auf trading-betrug.de können Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.
1. Die BaFin-Nummer 10162132: Warum eine konkrete Zahl noch keine Sicherheit bedeutet
TradeVest nennt auf seiner Internetseite die BaFin-ID 10162132 sowie die BaK-Nummer 162132. Als Betreiber wird die „Tradevest Digital Assets GmbH“ mit der Anschrift Prannerstraße 15, 80333 München, angegeben.
Das sind überprüfbare Angaben. Sie dürfen allerdings nicht mit einer bestätigten Erlaubnis für das konkrete Angebot auf tradevestassets.com verwechselt werden.
Entscheidend ist, ob die genannte Gesellschaft tatsächlich existiert, ob die angegebene Erlaubnis ihr zugeordnet werden kann und ob die Website von diesem Unternehmen autorisiert betrieben wird.
Eine unabhängig bestätigte Zuordnung sämtlicher Betreiber- und Lizenzangaben liegt hier nicht vor.
Meine Empfehlung: Prüfen Sie den vollständigen Firmennamen, die Handelsregisternummer und den konkreten Erlaubnisumfang anhand offizieller Register. Stimmen die Angaben nicht überein, sollten Sie weitere Einzahlungen unterlassen.
Auch eine echte Lizenz kann missbraucht werden
Bei Identitätsmissbrauch verwenden Unbefugte mitunter Daten tatsächlich existierender Finanzunternehmen.
Ich rate deshalb, nicht ausschließlich eine Lizenznummer zu überprüfen. Kontaktieren Sie das angeblich zugelassene Unternehmen über unabhängig ermittelte Kontaktdaten und lassen Sie bestätigen, ob die betreffende Domain tatsächlich dazugehört.
2. Tradevestassets.com wirbt mit 250.000 Euro Einlagensicherung – eine entscheidende Unterscheidung
Auf der Startseite wird eine Einlagensicherung bis 250.000 Euro genannt. Auf einer Unterseite zu Aktien und ETFs erscheint dagegen eine Absicherung von 100.000 Euro.
Diese unterschiedlichen Angaben verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt grundsätzlich bestimmte Bankeinlagen bis 100.000 Euro je Einleger und Bank. Unter besonderen gesetzlichen Voraussetzungen können zeitweise höhere Beträge geschützt sein.
Kryptowährungen, Wertpapiere und derivative Finanzprodukte fallen dagegen nicht automatisch unter denselben Schutz.
Ich empfehle Anlegern, schriftlich zu verlangen:
- Welche Bank verwahrt das eingezahlte Geld?
- Wer ist rechtlicher Kontoinhaber?
- Welches konkrete Sicherungssystem soll greifen?
- Welche Vermögenswerte sind tatsächlich geschützt?
Werden diese Fragen nicht nachvollziehbar beantwortet, sollte man sich keinesfalls auf eine pauschale Sicherheitszusage verlassen.
Kostenfreie Ersteinschätzung
Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.
- 1Sie schildern uns Ihren Fall
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3. Von 10.000 auf zwei Millionen Nutzer: Auffällige Größenangaben bei TradeVest
Auf der Unternehmensseite bezeichnet sich TradeVest als 2024 in München gegründeter Anbieter mit mehr als 10.000 aktiven Nutzern.
Auf der Kryptoseite ist dagegen von zwei Millionen Nutzern die Rede. Die Aktienseite spricht von mehr als 500.000 Investoren.
Solche Zahlen können unterschiedliche Nutzergruppen oder Bezugszeiträume betreffen. Ohne nachvollziehbare Erläuterung lassen sie sich jedoch nicht zuverlässig miteinander vergleichen.
Auch die angeblichen App-Bewertungen von 4,9 Sternen bei 12.000 Rezensionen für iOS und 4,7 Sternen bei 8.000 Rezensionen für Android sollten unabhängig überprüft werden.
Ich rate, sich nicht von großen Nutzerzahlen beeindrucken zu lassen. Entscheidend sind überprüfbare Unternehmensdaten, tatsächliche Handelsabrechnungen und die Verfügbarkeit der eingezahlten Gelder.
4. Was die Handelsversprechen über das tatsächliche Risiko verraten
TradeVest wirbt mit einer Ausführungsgeschwindigkeit von ungefähr zwölf Millisekunden, Rechenzentrumsinfrastruktur in Frankfurt und Zugang zu mehr als 10.000 Finanzinstrumenten.
Auf der Forex-Seite werden Hebel bis 1:500 genannt. Für Krypto-Futures erscheinen sogar Hebel bis 125:1.
Gerade diese Angaben sind rechtlich interessant. Für den Vertrieb von CFDs an Kleinanleger gelten in Deutschland und der EU erhebliche Produktinterventionsbeschränkungen. Bei bestimmten Hauptwährungspaaren liegt der zulässige Hebel für Kleinanleger grundsätzlich bei maximal 30:1.
Ein beworbener Hebel von 1:500 ist deshalb erklärungsbedürftig. Er beweist nicht automatisch einen Rechtsverstoß, etwa wenn sich ein Angebot ausschließlich an entsprechend eingestufte professionelle Kunden richtet.
Mein Rat: Sichern Sie die ursprüngliche Werbung, Ihre Kundenklassifizierung und sämtliche Risikohinweise. Gerade die Frage, welche Produkte Ihnen unter welchen Bedingungen angeboten wurden, kann rechtlich relevant sein.
5. TradeVest Auszahlung: Der Unterschied zwischen einem angezeigten Depotwert und echtem Vermögen
Ein Depotwert von 42.502 Euro, wie er beispielhaft auf der Internetseite dargestellt wird, sagt zunächst nichts über die tatsächliche Verwahrung von Anlegergeldern aus.
Für Betroffene von tradevestassets.com ist deshalb wichtig, zwischen einer grafischen Kontodarstellung und einer überprüfbaren Vermögensposition zu unterscheiden.
Welche Unterlagen ich bei Auszahlungsproblemen verlangen würde
Fordern Sie eine vollständige Transaktionshistorie, die Dokumentation Ihrer Einzahlungen und einen nachvollziehbaren Nachweis über die Verwahrung der angeblich erworbenen Vermögenswerte.
Bei Wertpapieren können insbesondere Depotabrechnungen und Angaben zur Verwahrstelle relevant sein. Bei Kryptowährungen sind Wallet- und Transaktionsnachweise von Bedeutung.
Verlangt ein Ansprechpartner vor der Auszahlung plötzlich weitere Gebühren oder angebliche Steuern, sollten Sie nicht bezahlen, bevor deren rechtliche Grundlage unabhängig überprüft wurde.
Eine zusätzliche Zahlung macht eine zweifelhafte Auszahlungszusage nicht verlässlicher.